Samstag, 10. März 2012

Die Tänzer und ein Todesfall (und ein Weihnachtspaket)

Hallo Ihr Lieben,
da sind wir wieder mit dem Blog der Woche.
Dieses Mal mit merkwürdigen Titel, aber genau so war es.

Letzte Woche hören wir lautes Motorradjaulen vor der Kirche. 
Immer und immer wieder. 
Der Geruch von abgeriebenen Reifen trieb bis hin zu uns. 
Da mussten wir doch mal gucken gehen...
Spuren...
So sah die Straße aus, haben Außerirdische ihr Unwesen getrieben?
Die Straße vor der Kirche war proppevoll mit gut gekleideten Menschen
Der Qualm - kein Brand - sondern erzeugt durch durchdrehende Motorradreifen
 Wir wußten überhaupt nicht, was los war. 
Ein Spektakel, ein Motorenlärm, überall junge Männer auf Ihren Motorrädern und Quads, die auf teufelkommraus die Reifen durchdrehen liessen und sich offensichtlich Frust 'abfahren' mußten

Doch dann - hinter dem Qualm - der Grund des ganzen Spektakels
 Ein Leichenwagen. Offensichtlich haben die jungen Männer einen Ihrer Gang-Mitglieder verloren. Ihm zu Ehren wurde noch einmal ordentlich Krach gemacht. 
Und was passiert? Die Polizei kommt und riegelt die Straße kurzfristig ab, damit die Jungs es auch ordentlich krachen lassen können. 
Eine ganz andere Art des Abschieds. 
Und alle harten Kerle hatten durch den Qualm Wasser in den Augen und alle ein T-Shirt mit der Aufschrift (natürlich auf Papiamentu): 

Macht Euch um mich keine Sorgen.

Ich muß gestehen, wir hatten auch Wasser in den Augen.
Und es war tatsächlich so, ein sehr bekannter, sehr beliebter Mann aus dem Ort hat seinen Sohn verloren und viele Jungs einen Kerl aus ihrer Mitte. 

Wild und Laut - die letzte Ehre
Die ganze Kreuzung dicht
Friedhof, alle ziehen zum Kondolieren an der Verwandschaft vorbei
  Diese Art jemandem das letzte Geleit zu geben war für uns Europäer schon ziemlich ungewöhnlich. 
Es hatte aber in seiner Intensität auch etwas ungeheuer Berührendes. 
Und es war überhaupt keine steife Veranstaltung. 
Der junge Mann ist so begraben worden wie er gelebt hat. 
Laut und ausgelassen.

Sorgt Euch nicht um mich!
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 Zum Ausgleich etwas Fröhliches.

Sonntag waren wir im Landhaus Assencion, wo es wieder ein gettogether vieler deutscher Auswanderer gab, und wo ausgelassen musiziert, geschmatzt und verkauft wurde. 

Esther und Kalle haben jetzt auch einen Verkaufsstand dort, die haben wir natürlich auch besucht. 
Esther malt ganz tolle Bilder, die auch reißenden Absatz fanden. 
Sie hat auch schon ein Bild mit Motiv aus dem Kloster gemalt! 
Das finde ich natürlich besonders schön ;-)

Und dann kam die Tanztruppe, als besonderes Leckerli. 
Schöne Live-Musik und entzückende Tanzeinlagen. 
Aber seht selbst:
Die Damen beschwingt
..im Kreistanz

geraffte Röcke
Und dann die Herren, die Zähne so weiß wie die Anzüge!
Und die Zeitung war auch da und hat geknipst...
Barbara und Jürgen waren natürlich auch mit in Assencion und sind mit den Taschen voll schöner Dinge wieder Richtung Kloster abgezogen.

An dieser Stelle sollen wir wieder grüßen! 
Die beiden fahren im Moment morgens Richtung Strand und kommen Abends hungrig und knallebraun zurück. 
Seht Euch vor, Ihr Bekannten, Freunde und Verwandten... karibische Sonne wird Euch die Beiden kaum wieder erkennen lassen.

Noch 3 Tage und sie treten den Flug Richtung Heimat an.

Mit dem gleichen Flieger bekommen wir dann einen neuen Gast: 
Alexandra, zunächst allein auf Reisen...
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Ach ja, und noch eine schöne Geschichte diese Woche will ich Euch nicht vorenthalten. 
Ich bekam eine Nachricht, ich solle ein Paket abholen. 
Hauptpost Otrabanda. 
Ich also tags drauf los, die ganze Strecke (36 km) nach Otrabanda, Auto geparkt, zur Post marschiert, gebe meinen Ausweis und die Benachrichtigung ab....
Und lande in einer harten Diskussion.
Das Paket ist an Uschi Renno adressiert, laut Ausweis bin ich aber Ursula...
 Katastrophe.
Gut, Ausdauer siegte, und ich bin nach über 30 Minuten strahlend mit einem Paket in der Hand wieder abgezogen.

Hier der Beweis:
leicht zerbeult und etwas mitgenommen
Vorne und hinten mit Stempeln und Vermerken
 Und, was glaubt Ihr, als erstes fiel mir eine entzückende Weihnachtskarte in die Hände. 
Peas on Earth, Frösche, die Erbsen verteilen, ich habe schallend gelacht. 
Dies Paket hat eine Reise von gut 3 Monaten hinter sich. 
Los ging es in Hamburg, dann über Venezuela endlich nach Curacao, Wilhelmstad-Otrabanda, und jetzt endlich Endpunkt Barber, Kloster.

Es enthielt übrigens Seife von EDELSCHAUM, ganz edle Stückchen, wir haben uns sehr gefreut.

 So, Ihr Lieben, wir wünschen Euch eine schöne neue Woche, viel Sonne, endlich mehr Wärme und einen Hauch von Frühlingsgefühlen.

Für heute winken 4 Menschen fröhlich in Eure Richtung 
und unsere 4 hundige Rasselbande bellt einen Gruß.

Bis zum nächsten Blog,
Maureen und Uschi,
Max und Ginny
Ronja und Shaya (<-- immer noch nix mit Kraulen)

1 Kommentar:

  1. Ach die Taenzerinnen mit den schoenen Roecken und weissen Anzuegen, das muss eingeladen haben zum mittanzen, oder?

    In New Orleans gibt es diesartige Beerdigungen mit Umzuegen und viel Musik.

    Schoen habt Ihr es...

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